Ambrosius – der Schutzpatron der Imker

Ambrosius – der Schutzpatron der Imker

Ambrosius - Jechtingen im Kaiserstuhl
Ambrosius – Pfarrkirche St. Cosmas, Jechtingen im Kaiserstuhl

Der Bienenkorb, den der heilige Bischof und Kirchenlehrer Ambrosius in der christlichen Kunst als Attribut bekommen hat, ist zwar in erster Linie Symbol für seine emsige Gelehrsamkeit, denn er als theologischer Schriftsteller, Hymnendichter und blendender Kanzelredner in die Kirchengeschichte eingegangen, aber die Imker haben ihn wegen dieses Attributes auch zu ihrem Patron erkoren.

Und zur Begründung wurde auch eine passende Legende erfunden. Als er noch ein Kind war, sollen einst Bienen auf die Lippen des Kindes Honig niedergelegt haben und eine Weile in seinem Mund ein- und aus geflogen sein, um sich dann hoch in die Lüfte zu erheben, dass keinem Menschen Auge sie sehen konnte.
Ambrosius – der Name kommt aus dem griechischen und bedeutet göttlich, unsterblich, heilig erhoben – wurde wahrscheinlich im Jahre 339 in Trier geboren. Er war Sohn des römischen Präfekten von Gallien. Seine berufliche Karriere begann er als Staatsmann und Konsul in Mailand. Am 07. Dezember 374 wurde er zum Bischof von Mailand gewählt, obwohl er gar nicht getauft war.
Ein altes Martyrologium aus dem vorigen Jahrhundert berichtet über die Bischofswahl in Mailand folgendes: der Wahl waren heftige Streitigkeiten unter der Bürgerschaft vorausgegangen. Um den drohenden Aufruhr vorzubeugen, begab sich Ambrosius in die Wahlversammlung und ermahnte das Volk mit würdevoller und hinreisender Beredsamkeit zur Ordnung. Während er sprach, schrie plötzlich ein Kind: „Ambrosius – Bischof!“ und wie vom Geistes Gottes ergriffen stimmten alle Anwesenden in diesem Ruf ein: „Ambrosius – Bischof!“ erscholl es wie aus einem Munde. Der so unerwartet Gewählte stand da wie vom Blitz getroffen. Er wollte die Wahl ablehnen und wies darauf hin, dass er sich als Katechumene erst auf die Taufe vorbereite. Aber seine Einwände halfen nichts. Nicht einmal die Flucht konnte ihn vor der Erwählung zu Bischof bewahren. Im Gegenteil: Kaiser Valentinian erließ Strafbefehle gegen alle die Ambrosius ein Versteck gewähren würden.

Im Alter von 34 Jahren, am 7. Dezember 374 empfing er die Bischofsweihe, nachdem er vorher getauft worden war.

Am 4. April 397 ist Ambrosius gestorben. Er ist einer der vier großen lateinischen Kirchenlehrer, war Berater dreier Kaiser, unbeugsamer Vorkämpfer der Kirche gegenüber dem Heidentum und Irrlehren, Verteidiger der Freiheit und Verfechter ihrer Unabhängigkeit gegenüber der Staatsgewalt gemäß seinem Grundsatz. Der Kaiser steht innerhalb der Kirche, nicht über ihr.
Ambrosius ist Mitschöpfer der mittelalterlich–christlichen Kultur. Er gebrauchte zum ersten Mal die Bezeichnung „Messe“ für die Eucharistiefeier. Der „Ambrosianische Lobgesang“ das „Tedeum“ (Großer Gott, wir loben dich….) wird ihm zugeschrieben. Sein Fest wird am 7. Dezember gefeiert. Sein Todestag der 4. April, wurde früher „Brosientag“ genannt. Mancherorts war es Brauch, dass die Kinder an diesem Tag einen „Schulbischof“ aus ihrer Mitte wählten und ein Kinderfest feierten.